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Im Rahmen einer Fachtagung zu den Wirkungen der Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen stellte Dr. Jens Pothmann von der Universität Dortmund eine empirische Bestandsaufnahme zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit vor. Dabei präsentierte er mehrere Ländervergleiche zu ausgewählten Aspekten der Jugendförderung. Bei allen Vergleichszahlen zeigt sich: Die Kinder- und Jugendförderung in Nordrhein-Westfalen erreicht nicht mehr den Bundesdurchschnitt !! Die von Dr. Pothmann vorgestellten Ländervergleiche zu den Aspekten „Zahl der Einrichtungen“, „Zahl der tätigen Personen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit“, „Stellenvolumen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit“, „Beschäftigungsvolumen in Arbeitsbereichen der Kinder- und Jugendarbeit“, „Zahl der öffentlich geförderten Maßnahmen in der Kinder- und Jugendarbeit“, „Zahl der Teilnehmer/innen an öffentlich geförderten Maßnahmen“, „Finanzielle Aufwendungen“ und „Anteil der Ausgaben für Kinder- und Jugendarbeit an den Jugendhilfeaufwendungen insgesamt“ zeigen, dass die Kinder- und Jugendförderung in Nordrhein-Westfalen in allen diesen hier genannten Aspekten im Rahmen des Ländervergleichs unter dem Bundesdurchschnitt und teilweise erheblich unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Die von Dr. Pothmann präsentierten Zahlen datieren aus den Jahren 2002 und 2004, d.h. aus den Jahren vor den Kürzungen in den Haushaltsjahren 2005 und 2006. Diese statistischen Belege beweisen, dass sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen nicht nur mit seinen finanziellen Aufwendungen im Bildungsbereich im unteren Drittel der Bundesländer bewegt, sondern auch im Bereich der Kinder- und Jugendförderung. Beim Anteil der Ausgaben für die Kinder- und Jugendarbeit an den Jugendhilfeaufwendungen insgesamt erreicht Nordrhein-Westfalen im Jahr 2004 einen Anteil von nur noch 5,7%. Der Ländervergleich zeigt, dass Schleswig-Holstein den Spitzenwert mit 7,8% hält, und dass Rheinland-Pfalz mit 4,3% das Schlusslicht bildet. NRW liegt damit auf Platz 10 der 16 Bundesländer. Dieser Wert sagt einiges über den Stellenwert der Jugendarbeit innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe in Nordrhein-Westfalen aus. Der Elfte Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung forderte noch einen Anteil von 15% für die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit. Den schlechtesten Rangplatz in einem konkreten Ländervergleich erzielt Nordrhein-Westfalen beim Stellenvolumen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit pro 10 000 der 12- bis 21-Jährigen im Jahr 2002: Platz 13. Nur Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland weisen noch weniger Stellen in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit auf im Verhältnis zur Bevölkerung. In den Stadtstaaten Hamburg und Berlin wird das Stellenvolumen mit fast dem doppelten Wert von Nordrhein-Westfalen ausgewiesen. Es wird Zeit, dass die Kinder- und Jugendpolitik in Nordrhein-Westfalen diese Tatsachen zur Kenntnis nimmt, um ihre tradierten Urteile aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu revidieren. von Norbert Kozicki |